KomInform Home / Kontakt 
Suchen   
Mitmachen  :  Erweiterte Suche  :  Statistik  :  Verzeichnis  :  Links  :  Umfragen  :  Kalender  
Willkommen bei KomInform03.09.2010, 02:06 
Kommunistische Gewerkschaftsinitiative



komintern.at
Solidarität mit dem Generalstreik in Griechenland


Der Antideutsche


Der Antideutsche


Unterschriftenaktionen

En defensa de Cuba
Freiheit für Mumia Abu-Jamal


KI-Sozialinformationen

Sozialinformation I
Arbeitslosigkeit, Sozialhilfe, Unterstützungen, Beihilfen...

Sozialinformation II
Familie und Erziehung: Karenz, Familienbeihilfe, Unterhalt, Zuschüsse, Pflegefreistellung, Behinderung...

Sozialinformation III
Pensionen

Themen
Aktuell (1,544/0)
KPÖ (252/0)
Anti-EU (319/0)
Antifa (259/0)
Österreich (312/0)
Lektüre (77/0)
FrauInform (146/0)
Geschichte (401/0)
International (1,176/0)
LINKE (30/0)
ML - Theorie (195/0)
Satire (269/0)
Sport (72/0)
Wissenschaft (103/0)

Anmelden
:

:

Noch nicht registriert? Melde Dich jetzt als neuer User an
Passwort vergessen?

Sichern Sie Ihr Mietrecht ! ?
Mieterschutzverband Österreichs Adresse: 1070 Wien; Döblergasse 2 Telefon: 01/523 23 15 Fax: 01/523 04 139 Beratungstermine & Mietrecht hier.


   

Karin Leukefeld: „Offensichtlich vorsätzlich“

Rückblick: Vor einem Jahr bombardierte Israel einen UN-Posten im Libanon

Es war vor einem Jahr. Am 25. Juli 2006 um 19.30 Uhr machte die israelische Luftwaffe das Gebäude der UN-Beobachtergruppe bei Khiam im Südosten Libanons dem Erdboden gleich. Das Personal, vier Männer aus Österreich, China, Finnland und Kanada, wurde unter den Trümmern begraben. Keiner überlebte.


Ein Plakat von den Protesten gegen Israels Überfall auf den Libanon im Vorjahr


Tel Avivs Airforce hatte bereits während des gesamten Tages intensiv die Umgebung von Khiam als vorgeblicher Ausgangsort von Hisbollah-Angriffen bombardiert. 14 Einschläge waren in unmittelbarer Nähe der deutlich als Posten der UN gekennzeichneten Stellung gezählt worden. Der Kommandeur der Blauhelmtruppen in Naqoura und auch das Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York hatten sich eingeschaltet und die israelische Seite insgesamt sechsmal aufgefordert, die unmittelbare Bombardierung des UN-Postens einzustellen. Zehnmal telefonierte die Besatzung des Postens selbst mit der israelischen Einsatzzentrale – vergeblich. Um 18.30 Uhr landeten vier Granaten direkt auf dem Gelände und zerstörten Teile des Gebäudes sowie den Bunker. Eine Stunde später folgte der tödliche Angriff. Nachdem der Kontakt mit dem UN-Posten abgebrochen war, startete ein Rettungsteam, das trotz der Zusage, es könne sicher passieren, ebenfalls von Israels Armee beschossen wurde.

UN-Generalsekretär Kofi Annan reagierte scharf und verurteilte den „offensichtlich vorsätzlichen Angriff“ auf den UN-Posten bei Khiam. Die Erklärung wurde von israelischer Seite heftig kritisiert. Sie zeige die antiisraelische Haltung der UN, so der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Dan Gillermann. Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert kondolierte und sagte eine Untersuchung zu. Die ergab, dass es sich bei der Bombardierung um einen Fehler gehandelt habe. Man habe den UN-Posten für eine Hisbollah-Stellung gehalten. Die mindestens zehn Anrufe der UN-Soldaten des Postens bei Khiam wurden nicht erwähnt.

UN-Berichte bestätigten später, dass sich Stellungen der Hisbollah in der Umgebung der UN-Posten – meist auf freiem Feld – befanden. Damit begründete Israel seine Angriffe. Als am 30. Juli eine Luftattacke in Kana 28 Menschen, darunter 16 Kinder, tötete, kam es zu Massenprotesten gegen die UN in Beirut. Der Angriff löste Erinnerungen an das Jahr 1996 aus, als in derselben Stadt 106 Menschen bei einer Luftattacke starben, die in einer UNIFIL-Stellung Zuflucht gesucht hatten.

Aus: »junge Welt«, 25. 7. 2007