Internationaler Frauentag - der Kampf geht weiter!
Seit mehr als hundert Jahren kämpft nun die Frauen- und die Arbeiterbewegung, um Ungerechtigkeiten, die das weibliche Geschlecht (be)treffen, aus dem Weg zu räumen. Viel ist dabei erreicht worden - von der Erkämpfung des Frauenwahlrechts über die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs bis zur juristischen Gleichberechtigung. Doch viele Steine liegen noch im Weg, und durch die herrschende Politik und den ökonomischen Backclash des kapitalistischen Systems werden diese Steine wieder zu unüberwindbaren Mauern.Sowohl die Arbeits- und Lohnbedingungen als auch alle anderen Bereiche des privaten und gesellschaftlichen Lebens werden durch das Kapitalverhältnis bestimmt - diesem Prozess sind Frauen wie Männer gleichermaßen unterworfen. Frauen erfahren das jedoch in doppelter, meist nur sie treffender Weise: Durch Berufs- und Lohndiskriminierung, wirtschaftliche Abhängigkeit vom (Ehe-)Mann, Mehrfachbelastung im Reproduktionsbereich, Sexismus am Arbeitsplatz u. v. m.
Ungleiche Entlohnung der Frauen ist zugleich Druckmittel zur Senkung der Löhne und Gehälter der Männer. Sie ist damit eine zusätzliche Profitquelle für das Kapital.
Wir kämpfen für gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit, für eine Neubewertung von Arbeit, für eine Verkürzung der Arbeitszeit ohne Lohnverlust, für existenzsichernde Arbeitsplätze. Alle diese Maßnahmen sind Teil der Emanzipation. Und sie können am besten von den Arbeiterinnen selbst gemeinsam mit der Klasse als Ganzes organisiert und erkämpft werden. Dabei dürfen wir aber nie aus den Augen verlieren: Die Unterbezahlung der eigentlichen Arbeitsleistung ist nicht bei den Männern besonders gering, sondern bei den Frauen besonders groß, es ist nicht etwa die Behandlung des arbeitenden Mannes gerecht und der arbeitenden Frau ungerecht, sondern die Behandlung des Mannes ist ungerecht doch die der Frau noch viel ungerechter.
Die Diskriminierung der Frauen – ob direkt im Arbeitsprozess oder indirekt durch kostenlose Reproduktionsarbeit - bringt dem Kapitalismus Milliarden an Extraprofiten. Um diese zu erhalten, spielen sie die arbeitenden Menschen gegeneinander aus. Daher muss der Kampf gegen Diskriminierung ein gemeinsames Anliegen aller um ihre Besserstellung und schließlich aber um ihre Befreiung von kapitalistischer Ausbeutung kämpfenden arbeitenden Menschen sein.
Denn die Befreiung der Frauen ist mehr als nur die Erlangung politischer Rechte. Selbst die vollkommenste Entfaltung der bürgerlichen Demokratie wird die Frauen nicht befreien, weil sie die materielle Basis der weiblichen Unterordnung, die kapitalistische Ausbeutung, nicht beseitigen würde. Jedoch ist das Erlangen politischer Gleichstellung ein wesentlicher Teil des Klassenkampfes und keine bloß reformistische Übung!
Wir KommunistInnen treten nicht nur für Reformen und Verbesserungen im kapitalistischen System ein, die ein menschenwürdigeres Leben der Frauen ermöglichen: Wir kämpfen für den Sturz des kapitalistischen Ausbeutersystems und für die radikale Umgestaltung aller Produktions- und Lebensverhältnisse - den Sozialismus.
Eine Gesellschaft also, in der nicht nur die Ausbeutung und Unterdrückung des Menschen durch den Menschen aufgehoben ist, sondern in der der Mensch mit seinen Interessen und Bedürfnissen im Mittelpunkt der Produktion und der Gesellschaft steht.
Wir KommunistInnen dürfen es nicht dabei bewenden lassen, dass Frauen die Hälfte vom schimmligen Kuchen oder die Hälfte der Fensterplätze auf der im Krisentsunami untergehenden Titanic einfordern. Alle Menschen, die mit den herrschenden Gesellschaftsverhältnissen nicht einverstanden sind, werden letztlich einen anderen Kuchen backen und das Ruder herumreißen müssen.
Vorstand der Kommunistischen Initiative, März 2009






