Schriftkultur der Maya älter als bisher angenommen
Das alte mittelamerikanische Indianervolk der Maya hat nach Ansicht von US-Forschern schon viel früher als bisher angenommen über eine eigene Schriftkultur verfügt. Wissenschaftler der Universität New Hampshire unter Leitung des Anthropologen William Saturno analysierten Hieroglyphen-Inschriften auf einem Steinbrocken aus einem Mauerrest, der in der Nähe einer Kammer der Las-Pinturas-Pyramide in Guatemala entdeckt wurde, wie die Fachzeitschrift "Science" gestern berichtete.
250 vor Christus
Die Bedeutung der insgesamt zehn entdeckten Hieroglyphen gibt den Wissenschaftlern noch Rätsel auf. Die Zeichen seien vermutlich Teil eines längeren Textes und ähnelten den gut lesbaren Maya-Schriftzeugnissen neueren Datums nur entfernt, schrieb Saturno in einem Artikel für das Wissenschaftsmagazin "Science".
Erkennbar sei jedoch eine archaische Version des Zeichens "AJAW" gewesen, unter dem die Maya "Edler" oder "Führer" verstanden. Die Hieroglyphen seien deshalb vermutlich Vorläufer der späteren Maya-Schrift, mit 800 Zeichen eine der am weitesten entwickelten des mesoamerikanischen Kulturraums.
orf.at
Siehe auch: Älteste Gemälde der Maya in Guatemala entdeckt


