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Die italienischen Anarchisten zum Tod Karol Wojtylas

Ein Mensch ist gestorben. Wir Anarchisten lieben das Leben, deshalb bedauern wir dies. Besonders wegen der unsäglichen Grausamkeit eines von den kirchlichen Hierarchien schamlos vorgeführten Todeskampfes. Dennoch wollen wir heute - alle Politiker von Fausto Bertinotti bis Alessandra Mussolini knien vor dem Petersthron – feststellen, wer der Mann an der Spitze einer jahrhundertelang durch ihre Barbarei hervorgetretenen absoluten Monarchie war.

Die Kirche, die Massaker von Millionen und Abermillionen im Namen des Kreuzes gefolterten, verbrannten, getöteten Männern und Frauen durchgeführt und gesegnet hat, ist nicht Erinnerung an eine bewältigte Vergangenheit: Sie hat in Wojtyla einen würdigen Epigonen gefunden.

Karol Wojtyla hat sich 27 Jahre lang durch seine reaktionären Entscheidungen ausgezeichnet. Karol Wojtyla war für die Verbreitung von AIDS in Afrika verantwortlich. Die Propaganda für und der Gebrauch von Präservativen hätten Millionen Menschen vor dieser Krankheit bewahren können, darunter zahlreiche Kinder.

Karol Wojtyla hat den chilenischen Diktator, Folterer und Mörder Augusto Pinochet geschützt; ihm reichte er während seiner Reise in das gemarterte südamerikanische Land die Hand. Kein Wort über oder für die Opfer, hingegen sein Segen für den Schlächter und dessen Familie.

Karol Wojtyla trug abwechselnd den Schafs- oder den Wolfspelz - gemäß den Interessen der Organisation, der er vorstand. Die Linke bejubelt ihn für seinen Pazifismus im Irak, vergisst jedoch, dass er die blutigen Kriege im früheren Jugoslawien unterstützte und rechtfertigte. Mit dem katholischen Kroatien, gegen Muslime und Orthodoxe, erhob der Papst der „Ökumene“ Stepinac zum Heiligen – jenen Kardinal, der sich mit den kroatischen Faschisten zum „von Gott gesandten“ Hitler gesellte und die unzähligen von der Ustascha unter Beihilfe der italienischen Okkupationstruppen begangenen Grausamkeiten segnete.

Karol Wojtyla hat Kardinal Pio Laghi, apostolischer Nuntius in Argentinien während der 30.000 Menschen massakrierenden Diktatur, geschützt und unterstützt. Laghi segnete und schützte die Folterer und Mörder.

Karol Wojtyla war Chef eines multinationalen Unternehmens mit in der ganzen Welt verzweigten Ablegern und höchsten Profiten – in einer Welt in der die Mehrheit der Bevölkerung mit weniger als zwei Dollar am Tag überlebt.

Karol Wojtyla, ein „Schützer des Lebens“, der eine zwiespältige Haltung zur Todesstrafe einnahm, war Herold einer Unterdrückungskultur. Einer Kultur, die die Opferung weiblichen Lebens wollte. Frauen sollten verdammt sein, um jeden Preis zu gebären: behinderte Kinder oder zum Hungertod bestimmte. Einer Kultur, die ein Leben in Schmerzen einem in Freuden und Gesundheit vorzieht, die Homosexuelle kriminalisiert, die Begehren und Liebe in Schuld verwandelt, die die Ungeborenen verteidigt und die Lebenden verfolgt.

Karol Wojtyla hat die spanischen Priester heiliggesprochen, die sich bewaffnet den Truppen des Katholo-Faschisten Francesco Franco zur Seite stellten. Diese heiligen Märtyrer wollten zu den Taten der Kirche Torquemadas und zu den „quemaderos“ zurückkehren – zu jenen Kollektivscheiterhaufen, wo Häretiker auf kleinem Feuer verbrannt wurden.

Wie die Anarchisten und Libertären von 1936, die gegen Faschismus und klerikale Unterdrückung für Leben und Freiheit kämpften, beugen wir, die heutigen Anarchisten und Libertären, uns nicht, trotz der Achtung vor dem Tod eines Menschen vereinigen wir uns nicht zu dem Chor unzähliger Rechter wie Linker, die vor dem Sarg des Oberhaupts einer der grausamsten, blutrünstigsten und freiheitsfeindlichen Organisationen der Geschichte auf die Knie sinken.

Unser Kampf gegen die Religionen und die Kirchen beruht auf dem Bewusstsein, dass nur die Emanzipation vom religiösen Wahn und von den diesen nährenden Priestern Männern und Frauen unser Ziel gewähren kann: ein erfülltes, glückliches Leben - in Freiheit, in Anerkennung der Unterschiede, in Solidarität unter Gleichen.

La Commissione di Corrispondenza della Federazione Anarchica Italiana-FAI

2. April 2005, 22h 42

Original:
In morte di Karol Wojtila

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Die italienischen Anarchisten zum Tod Karol Wojtylas | 11 Kommentar(e) | Neuen Account anlegen
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Die italienischen Anarchisten zum Tod Karol Woytilas
Autor: RedAktion am 03.04.2005, 08:27
ORFon:

Staatstrauer in Kuba

Der Tod von Papst Johannes Paul II. löste auch im kommunistischen Kuba Trauer aus. Präsident Fidel Castro ordnete eine dreitägige Staatstrauer vom 3. bis 5. April an. Die geplanten kommunistischen Jugend-Festivitäten wurden abgesagt.

Außenminister Felipe Perez Roque sagte: "Kuba wird Johannes Paul II. immer als einen Freund betrachten, der über die Armut besorgt war". Kubanische Rundfunksender würdigten den am Samstag gestorbenen Papst, der Kuba im Januar 1998 besucht hatte, und lobten ihn wegen seiner kritischen Äußerungen über Auswüchse des Kapitalismus.

[Ein Kreuz mit dem Katholizismus, oder ?]

Die italienischen Anarchisten zum Tod Karol Woytilas
Autor: deselby am 03.04.2005, 08:43
Empfohlen sei hier zur Information die ZDFheute - Seite heute.de-magazin, insbesondere weiter unten im Beitrag das so genannte interaktive Papst-Lexikon (u.a. zu den nun folgenden Vorgängen in der Kirche) und ein relativ gutes kritisches Video unter dem Titel "Der Papst und die Deutschen.
Katholische Gleichschaltung verschweigt rechtsextremen Einfluß
Autor: Otto am 03.04.2005, 12:29
Katholische Gleichschaltung verschweigt rechtsextremen Einfluß
Das bevorstehende Ableben des Staats- und Parteichefs eines winzigen Staates im Süden Europas hat europaweit zu einer weitgehenden Gleichschaltung der Massenmedien geführt. Am offensichtlichsten ist es in Italien und Polen, wo die staatlichen Medien in Dauerwerbesendungen für die Katholische Kirche trommeln und den seit Jahren an Parkinson erkrankten Kirchenchef Karol Woityla, genannt Papst Johannes Paul II., zum Übermenschen verherrlichen. Verschwiegen wird dabei der vom Diktator der Katholischen Kirche geförderte Einfluß extrem rechter Kräfte in der Kirchenhierarchie.

So konnte der rechtsextreme Orden \"Opus Dei\" unter der Herrschaft des polnischen Papstes massiv an Einfluß gewinnen. So heißt es in einem Artikel von Peter Hertel auf der Homepage der Universität Saarbrücken: \"Freunde und Sympathisanten des Opus Dei, vielleicht sogar einige Mitglieder, sitzen also in allen Gruppen und Flügeln, die \'Vaticanisti\' derzeit in ihrem Papstlotto zu erkennen meinen. Der übergreifende Einfluß kann für die Organisation zur Versuchung werden, sich im Vorfeld eines Konklaves als Graue Eminenz zu etablieren. Zwar ist ungewiß, wie groß die Nähe einer neuen Nummer eins zum Opus Dei sein wird. Aber sicher ist, daß sich das Mobile Corps ihrer Zustimmung oder gar erneut ihrer Zuneigung erfreuen wird.
Denn selbst unter den liberalen Mitgliedern des Wahl-Männergremiums sind Kritiker des Opus Dei, beispielsweise der Brasilianer Aloisio Lorscheider (76) OFM, nur wie Stecknadeln im Heuhaufen zu finden. Der Belgier Danneels dagegen hat sich offen vor die \'vom Papst anerkannte Personalprälatur\' gestellt. Der Franzose Lustiger zeigte sich gegenüber Eltern, die ihn wegen ihres vom Opus Dei indoktrinierten und ihnen entfremdeten Kindes um Unterstützung baten, eher abweisend.\"

Der Informationsdienst gegen Rechtsextremismus (IDGR) befaßt sich ausführlich mit dem rechten Orden. In dem \"Lexikon Rechtsextremismus\" dieser Seite wird über Opus Dei berichtet:

\"Das Santa Crux et Opus Dei ist eine Gründung des Jesuiten Josemaria Escrivá de Balaguer y Abbas (1902-1975), die wie ein Geheimbund organisiert ist. Die Mitglieder sind nach dem Grad des Engagements für die Organisation in Supernumerarier, Numerarier und Assoziierte eingestuft. Neben einer Fülle von Wirtschaftsunternehmen und Stiftungen wird auch die spanische Universität de Navarra in Pamplona von der Opus Dei betrieben.
Das Opus Dei prosperierte im faschistischen Spanien Francos. Zeitweilig besetzten Opus Dei-Vertreter zehn Ministerposten. Auch im Gefüge der päpstlichen Administration im Vatikan spielt das Opus Dei eine gewichtige Rolle. Sie vertreten eine katholisch-fundamentalistische Richtung, sind an einen Verhaltenskodex gebunden, welcher von der Pflicht des Schweigens über mehrmaliges Beten bis hin zu Selbstkasteiungen mit Geißel und Bußgürtel reicht. Das Opus Dei vertritt einen Männlichkeits- und Führungskult, definiert eine \'Minderwertigkeit\' von Frauen, fordert Unterordnung und strikten Gehorsam. Die wichtigste und von OD-Mitgliedern meistgelesenste Schrift von Escrivá ist \'Der Weg\'. Der Saarbrücker Theologe Peter Hertel berichtet, dass die Opus Dei-Organisation \'Internationaler Priesterkreis\' dem St. Pöltener Bischof Kurt Krenn die Mitgliedschaft angetragen habe, ebenso Weihbischof Christoph Schönborn, ehe er zum Koadjutor mit Aussicht auf das rote Kardinalsbirett befördert wurde. Der Kölner Kardinal Joachim Meisner, einer der Protektoren des von Opus-Dei-Priestern gegründeten \'Internationalen Mariologischen Arbeitskreises Kevelaer (IMAK)\', gab bereits 1997 in der römischen Universität zu erkennen, dass er aus der gemeinsamen Front der Deutschen Bischofskonferenz in Sachen Schwangerenkonfliktberatung ausscheren werde. Ebenfalls dem Opus Dei verbunden ist der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger, Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan. Kurt Krenn hat sich wegen seiner fundamentalistischen Positionen den Spitznamen \'Ayatollah Gottes\' erworben. Er tritt \'unter gewissen Umständen\' für die Todesstrafe ein, zeigt sich äußerst unnachgiebig gegenüber gleichgeschlechtlichen Beziehungen und trat immer wieder auch mit ausländerfeindlichen Äußerungen hervor. Zugleich nahm Krenn den früheren Erzbischof von Wien, Kardinal Hans-Hermann Groer, gegen die Vorwürfe der sexuellen Belästigung von Kindern in Schutz. Zu den Opfern des kirchlichen Würdenträgers befragt, sagte Krenn zum Nachrichtenmagazin \'Profil\': \'Ich glaube nicht, dass jemand in etwas involviert ist, ohne auch selber ein Sünder zu sein.\' Der katholische Fundamentalist Krenn ist ein Unterstützer der \'Auerbacher Schulschwestern\' und stand dem rechten Wochenblatt Junge Freiheit als Interviewpartner zur Verfügung.
Escrivá de Balaguer y Abbas sah in Hitler den \'Lebensretter der spanischen Kirche\' und relativierte den Holocaust. Das Opus Dei kooperiert auch heute noch weltweit mit faschistischen und rechtskonservativen Eliten und Regierungen. In der Bundesrepublik bestehen u.a. Kontakte zum Studienzentrum Weikersheim. Das Opus Dei ist wiederholt als die \'katholische Mafia\' beschrieben worden.\"

Die katholische Gleichschaltung der Massenmedien ist also nichts anderes als der Verzicht auf Journalismus. Wie war das noch mit der Trennung von Kirche und Staat?

Quellen: Peter Hertel: Das Opus Dei will den nächsten Papst bestimmen, Lexikon Rechtsextremismus: Opus Dei - Zusammenfassung & Kommentar: RedGlobe
noch \'was von orf-on:
Autor: RedAktion am 03.04.2005, 17:41
Staatstrauer in Kuba

Kubas Staats- und Parteichef Fidel Castro ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Der Verstorbene sei ein "Freund Kubas" gewesen, erklärte Castro. Der Papst hatte Kuba im Jänner 1998 einen historischen Besuch abgestattet. Vor etwa drei Monaten hatte Johannes Paul II. einen Appell an die USA gerichtet, das Wirtschaftsembargo gegen die Insel aufzuheben, das eine "wirkliche Entwicklung" in Kuba verhindere.

VR China bekundet Beileid um den Tod von Papst Johannes Paul II
Autor: Hanno Wisiak am 03.04.2005, 18:57
Beijing
Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums Liu Jianchao hat am Sonntag vor der Presse tiefempfundenes Beileid der chinesischen Seite um den Tod von Papst Johannes Paul II bekundet.

Liu Jianchao sagte, die chinesische Regierung halte bei der Behandlung der Beziehungen zwischen China und dem Vatikan stets an zwei Grundprinzipien fest. Erstens müsse der Vatikan seine sogenannten \"diplomatischen Beziehungen\" mit Taiwan abbrechen und die Volksrepublik China als die einzige legitime Regierung Chinas und Taiwan als einen unabtrennbaren Bestandteil Chinas anerkennen. Zweitens dürfe sich der Vatikan nicht in die inneren Angelegenheiten Chinas einmischen, auch nicht unter dem Vorwand der religiösen Angelegenheiten. Die chinesische Seite sei bereit, auf der Grundlage dieser Prinzipien die Beziehungen mit dem Vatikan zu verbessern. Zudem gab Liu Jianchao der Hoffnung Ausdruck, dass die Behörde der römisch-katholischen Kirche unter dem neuen Papst günstige Bedingungen für Verbesserung der Beziehungen zwischen China und dem Vatikan schaffen werde.

Am gleichen Tag haben die Patriotische Gesellschaft der Chinesischen Katholischen Kirche und die Bischofsgruppe der Chinesischen katholischen Kirche in einem Telegramm an die Bischofsgruppe der Katholischen Kirche in Rom im Namen der über 5 Millionen Katholiken in China tiefempfundenes Beileid um den Tod des Papstes bezeigt.





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Die Allgemeinheit des Widerspruchs wird schon von sehr vielen anerkannt, und deshalb erübrigt sich, zwecks Klärung dieser Frage viel zu sagen. (Mao tse-Tung)
Fokolare darf nicht fehlen!
Autor: hmikosch am 03.04.2005, 21:16
Wie sonst kannst Du erklären die vollständigen Kehrtwendungen in der Geschichte, für die er in den letzten 27 Jahren dienlich gewesen ist. (3. Absatz, 2. Satz)

Der Grund dafür ist vollkommen unerheblich; aber wer sonst als diese christliche Sekte sollte genau darüber Bescheid wissen?

Mehr zu übersetzen ist's nicht wert! Nur: Wieviel Inspiration wird's wohl die Traueradresse von WB hergeben? Folgend der Originaltext:

The charism of the Pope John Paul II: a great Pope, a great saint!

Chiara Lubich’s testimony, April 3, 2005

A great Pope, a great saint has truly left us! Oh how I long for the return of a time when sanctity was proclaimed by popular demand. The young people would be first in line!

His holiness. I too can testify to this from personal experience. Often, after an audience with him, I felt that heaven had opened up. I felt that I was directly linked up to God in the most profound union with Him and without any intermediary. And this is because the Pope is a mediator but when he has joined you to God he disappears. He uses the keys to open up heaven for us not just through cancelling our sins but also through facilitating our union with God.

How else can you perhaps explain that joy, that enthusiasm, that appeal that the Pope has always exerted on young people, on the millions of men and women of every race, culture, religion and creed that he has met all over the world? How else can you explain the complete turnabouts in history for which he has been instrumental over the last 27 years? This Pope communicated God and He “makes all things new”. As he became more and more burdened by suffering, this communication of God’s presence became stronger and stronger right to the last moment of his life.

However in this moment I have to also express my deepest thanks for the many other doors opened by those keys: the Pope has always thrown the doors wide open to the novelties of the Spirit which he has recognised too in our Movement, by giving his continuous encouragement and support and by acknowledging the Movement as a gift of God and hope for humanity.

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H. Mikosch

Gottesurteil, Fügung, oder ..
Autor: hmikosch am 03.04.2005, 23:03
.. hat jemand im Haushalt eine schwere Verfehlung begangen? Das weiß nur der liebe Gott höchstpersönlich, Stellvertreter auf Erden gibt's vorerst keinen!

Gedenkkerze setzte Küche in Brand

Im Gedenken an das Ableben des Papstes entzündete eine Hausfrau aus Feldkirchen eine Kerze, die in der Folge die Küche in Brand setzte. Die in der Wohnung schlafende Pflegetochter der Frau konnte gerettet werden.

Hausbesitzer entdeckte den Brand: Gegen 22.00 Uhr entzündete die 41-jährige Hausfrau in ihrer Mietwohnung in Feldkirchen im Gedenken an das Ableben des Papstes im Herrgottswinkel eine Kerze und verließ ihre Wohnung, um ihr Auto aufzutanken, das sie als Zeitungszustellerin in der Früh benötigte.

In der Zwischenzeit brach in der Küche ein Brand aus, der vom Hauseigentümer entdeckt wurde. Mit einem Handfeuerlöscher kämpfte er gegen die Flammen. Durch laute Rufe konnte er die in der Wohnung schlafende 14-jährige Pflegetochter der Hausfrau wecken, damit sie sich in Sicherheit bringen konnte.

Hoher Schaden durch Rauch und Ruß: Die alarmierte Freiwillige Feuerwehr Feldkirchen war mit sechs Fahrzeugen und 25 Mann ausgerückt, die Flammen waren aber durch den Hausbesitzer bereits gelöscht worden. Der Mann hatte dabei eine leichte Rauchgasvergiftung erlitten und musste ins KH Waiern gebracht werden.

Die gesamte Wohnung wurde durch Rauch- und Rußablagerungen schwer beschädigt. Die Höhe des Schadens ist noch nicht bekannt.

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H. Mikosch

Werner Pirker: Der Mystiker
Autor: RedAktion am 04.04.2005, 09:07
Werner Pirker: Der Mystiker
Autor: Anonymous am 04.04.2005, 13:42
Tut leid. Aber bei allem was wir so bedenken müssen und wie menschlich er doch war und wie auf der einen Seite und dann doch auf der anderen Seite, und auch wenn Kuba Staatstrauer ansetzt, wir sollten nicht vergessen, dass schon in einem alten Lied der kämpferischen Bauern, \"Florian Geyer\", in sensibler, aber eindeutiger Sprache daraufhingewiesen wird, was der Pabst ist. Im Allgemeinen und im Besonderen dieser! Zur Erinnerung der Refrain: \"Spieß voran, he drauf und dran, setzt aufs Klosterdach den Roten Hahn.\" (Text auf Anfrage gerne vollständig per e-mail)
Baiers heiliger Senf - no comment !
Autor: deselby am 04.04.2005, 14:36
Papst signifikante Person des letzten Jahrhunderts

Als eine der "signifikantesten Persönlichkeiten des letzten Jahrhunderts, der den letzten Jahrzehnten seinen Stempel aufdrücken konnte" bezeichnete der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Österreichs, Walter Baier, den Papst im Gespräch mit kathpress. Er empfinde tiefen Respekt vor der Person des Papstes, der seinen letzten Gang wiederum vor den Augen der Weltöffentlichkeit gegangen sei.

Die Persönlichkeit des Papstes sei von einem Format, "welches sich nicht einordnen läßt in die Kategorien des 20. Jh. von gut und böse"; vielmehr gebe sie einen "Hinweis auf eine Kategorie, die sich erst im nächsten Jahrhundert ausprägen muß". Zwar sei der Papst in seinen gesellschaftspolitischen Auffassungen wie z.B. in seinem Frauenbild konservativ oder gar "reaktionär" gewesen, so Baier, doch habe ihn diese Haltung zugleich auch zu einem "Kritiker eines geist- und seelenlosen Kapitalismus" werden lassen. Weiters sei es ihm aus dieser Grundhaltung möglich gewesen, sowohl "Gegner des Kommunismus, wie er ihn in seiner Heimat erlebt hat"zu sein, als auch "Fidel Castro die Hand zu reichen", so Baier.

In Osteuropa habe Johannes Paul II. vor allem die Rolle eines "Katalysators" gehabt. Er selbst sei nicht Ursache des Umsturzes gewesen, sondern selbst Teil eines Prozesses, dessen Ursache "in den Fehlern der Regime" lag.

Andere über Pillenpauli, Mädchenname, Karel Wojtyla
Autor: Anonymous am 04.04.2005, 15:27
Der Papst ist tot - ein Nachruf auf Herrn Karol Wojtyla

www.derfunke.at

Am 2.4. verstarb nach langem, in den Medien perfekt zur Schau gestelltem
Leiden Karol Wojtyla, alias \"der Papst\". Die Medien machten aus seinem
Sterben eine riesige Inszenierung, lassen Zehntausende trauern und
verhelfen der katholischen Kirche so zu einem zweiten Frühling; auch wenn
dieser nur von kurzer Dauer sein wird. Um die Nebelschwaden dieser
verordneten Massentrauer zu lichten, sei ein Rückblick auf Leben und Werk
des verblichenen Papstes gestattet.

Die offiziellen Rückblicke auf das Leben und Wirken des Papstes zeichnen
das Bild einer \"Lichtgestalt\" (Kurier, 3.4.), die vielleicht die eine oder
andere Schattenseite gehabt haben mag. In die Geschichtsbücher wird er
aber nicht nur als erster slawischstämmiger Pontifex maximus eingehen,
sondern auch als wichtigster Papst der Neuzeit, der einen wichtigen
Beitrag für den Weltfrieden geleistet habe, der sich unermüdlich für die
Armen und Geschundenen eingesetzt habe, der ein Ohr für die Jugend hatte.
Er war ein Superstar, ein Virtuose, ein \"Vater, an den man sich anlehnen
konnte\".
So lassen wir die Fakten sprechen, damit wir uns frei von Vorurteilen und
katholischen Propagandasendungen in staatlichen wie privaten
Rundfunkanstalten ein Bild machen können.

Ein Papst wird gemacht

Die katholische Kirche verfügt über ein wahres Arsenal an netten
Märchengeschichten. Da kann natürlich eine über die Mechanismen der
Papstwahl nicht fehlen. Dutzende Kardinäle treffen sich demnach zu dieser
Wahl im Vatikan und warten dabei auf die Niederkunft des Heiligen Geistes,
der nach langem hin und her, einer Mehrheit der Kirchenfürsten den Namen
des neuen Papstes einhaucht, den diese dann zu wählen haben.
Als MaterialistInnen glauben wir jedoch vielmehr, dass auch im Vatikan
handfeste materielle Interessen über die Wahl des Staatsoberhauptes
entscheidend sind. Als Karol Wojtyla am 16. Oktober 1978 als neuer \"papa\"
der katholischen Herde präsentiert wurde, dürften aber nicht nur
kircheninterne Interessenslagen ausschlaggebend gewesen sein. Die engen,
seit Jahrzehnten bestehenden und während des Kalten Krieges gut gepflegten
Verbindungen des CIA zu namhaften Vertretern des \"Opus dei\" und dem
\"Malteser-Ritterorden\", zwei erzreaktionären Sekten in der katholischen
Kirche mit guten Beziehungen zum Vatikan, dürften damals für die Wahl
entscheidend gewesen sein.
Die Malteser und \"Opus dei\" organisierten Wojtylas Wahlkampf, nachdem
dieser unter den möglichen Papstkandidaten den vom CIA ausgeschriebenen
Kriterien für den neuen Papst am nächsten kam.
1976 ging diese Taktik noch nicht auf, und es wurde Herr Luciani, ein
Verfechter des zweiten Vatikanischen Konzils und einer eher gemäßigten
Linie, zum Papst (Johannes Paul I.) gewählt. Als dieser jedoch auf
mysteriöse und bis heute ungeklärte Weise nach kurzer Amtszeit (33 Tage)
aus dem Leben schied, war der Weg für den polnischen Kardinal frei.
Vom ersten Tag an sollte Wojtyla vom Vatikan aus dann auch Politik im
Interesse des US-Imperialismus machen.
Mit Wojtyla zieht ein neuer Typus im Vatikan ein. Er steht für eine
konservative Gegenoffensive. Es ist wohl kein Zufall, dass er mehr oder
weniger zur selben Zeit an die Spitze der katholischen Kirche gelangt, als
Ronald Reagan und Maggie Thatcher in den USA und Großbritannien eine
rechtskonservative Wende einläuten. Wojtyla ist die religiöse
Flankendeckung für deren Neoliberalismus.

Wojtyla der Antikommunist

Karol Wojtylas Werdegang ist geprägt von der Auseinandersetzung der
starken katholischen Kirche in Polen gegen das \"kommunistische Regime\".
Wojtyla war Zeit seines Lebens ein fanatischer Antikommunist. Die
Verteidigung der Religionsfreiheit stand immer im Zentrum seines Wirkens.
Und Religionsfreiheit war für ihn das wichtigste Menschenrecht, weil nur
die Religion dem Sittengesetz zum Durchbruch verhelfen könne. Wo der Staat
gegen dieses gottgegebene Sittengesetz verstößt (wie bei der
Liberalisierung des Abtreibungsrechts, der Einführung eines
Aufklärungsunterrichts an Schulen), und zwar nur da, habe die Kirche
auch die Pflicht sich ins politische Leben einzumischen.
Wojtylas Menschenbild verneint gesellschaftliche Verhältnisse. Soziale
Rechte des Menschen sind daher bestenfalls zweitrangig. Wo diese Rechte im
Kapitalismus mit Füßen getreten werden, kann die Kirche, der es ja nur um
das Seelenheil geht, auch getrost die Augen verschließen und sich ins
Gebet für die armen Schafe der Herde vertiefen.
Der Kommunismus ist für Wojtyla jedenfalls die völlige Negation des
Sittengesetzes. Seine zentrale Aufgabe sieht er somit auch im Kampf gegen
dieses \"Reich des Bösen\", das seinen Platz in der Sowjetunion hat. Ein
Bild, das sein Freund Ronald Reagan später dankend übernommen hat.
Mit seiner Polenreise im Jahre 1979 sollte Johannes Paul II. einen
wichtigen Beitrag im antikommunistischen Kampf leisten. Diese Reise hatte
einen klar politischen Auftrag, nämlich die Stärkung des Katholizismus,
der in Polen immer auch ein politischer Faktor war, und damit indirekt die
Destabilisierung des \"kommunistischen\" Polens.
So ist es auch wenig überraschend, dass die erzkatholischen Kräfte an der
Spitze der Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc in der Streikwelle von 1980
bewusst Papstporträts zum Symbol ihres Widerstands machten. Ein
interessantes Detail dabei: Die Streikwelle im Polen der 1970iger und
frühen 80iger wurden unabhängig von der Solidarnosc geführt. Mit Hilfe des
Netzwerkes der katholischen Kirche und finanzieller Unterstützung der
Reagan-Regierung gelang es der erzreaktionären Solidarnosc-Führung die
Führung der Streikbewegung zu übernehmen und in prokapitalistische Bahnen
zu lenken. Lech Walesa sprang im August 1980 über die Mauern der
streikenden Danziger Werft und übernahm gegenüber der Öffentlichkeit die
Führung des Streiks, was nichts als ein (erfolgreicher) Putsch gegen die
tatsächliche Streikleitung war, die mit der Solidarnosc nichts am Hut
hatte. Walesa und sein damaliger Beichtvater bilden bis heute
der rechten Rand des katholischen Lagers in Polen, und sollen in
verschiedenste mafiöse Geschäfte verwickelt sein.
In diesem Zusammenhang sind auch die Predigten des Papstes für ein \"neues,
geeintes, christliches Europa\" zu sehen. Österreichs Bundeskanzler
Schüssel gab sogar offen zu, dass die Europa-Vesper des Papstes bei dessen
ersten Wien-Besuch 1983 eine große Vorbildwirkung auf konservative
Politiker wie ihn hatte und einen ideologischen Anstrich für
christdemokratische Europapolitik (Stichwort Osterweiterung) lieferte. Das
Christentum sei der Eckpfeiler der europäischen Kultur und müsse auch in
Zukunft Leitbild für den europäischen Vereinigungsprozess werden. Die
Verbrechen der christlichen Kirchen im Zuge der europäischen Geschichte
werden da wohlweislich unter den Teppich gekehrt.
Am europäischen (sprich christlichen) Wesen sollte die Welt genesen.
Voraussetzung dafür sei, dass sich der Osten Europas aus den Fängen der
atheistischen Kommunisten befreie. Diese Vorstellungen passten natürlich
vorzüglich in die Gedankengebäude reaktionärer Politiker vom Schlage des
deutschen Ex-Kanzlers Helmut Kohl oder des ÖVP-Vorzeigereaktionärs Andreas
Khol, die sich des christlichen Banners bedienen, um den europäischen
Imperialismus zur Weltmacht machen zu können.

Wojtyla und Lateinamerika

Als Vorbilder für dieses neue Europa dienten dem Papst kaum verwunderlich
die Konquistadoren, die vor rund 500 Jahren Südamerika mit der Bibel in
der einen Hand und dem Schwert in der andern \"missionierten\". Für den
Spruch \"Das Schwert und die Eisenrute sind die besten Prediger\" kann es
dann schon mal eine Seligsprechung geben, wie im Fall des \"Apostels
Brasiliens\" Jose de Anchieta.
Spätestens seit der kubanischen Revolution war der \"Hinterhof der USA\"
aber zu einem Zentrum des revolutionären Prozesses geworden. Gerade dieser
Kontinent, wo die Kirchenspitze und die herrschenden Klassen in trauter
Einigkeit die herrschende Ordnung verteidigen, befand sich jedoch bei
Amtsantritt von Johannes Paul II. in Gärung. Die revolutionären Prozesse
spiegelten sich auch in der katholischen Kirche wider. Die so genannte
\"Befreiungstheologie\" verstand sich durchaus als Teil der revolutionären
Bewegung.
Johannes Paul II. sah sodann auch eine seiner wichtigsten Aufgaben darin,
die lateinamerikanische Kirche von diesem \"marxistischen Bazillus\" zu
säubern. Bei seiner ersten Auslandsreise nach Mexiko stellte er fest: \"Es
steht zum Glauben der Kirche im Widerspruch zu meinen, dass Jesus
politisch engagiert gewesen sei, gegen die römische Herrschaft und die
Mächtigen gekämpft habe und sogar in einen Klassenkampf verwickelt gewesen
sei.\" Welchen Ratschlag gibt der Papst also den Entrechteten und
Ausgebeuteten in Lateinamerika? Kuschen und für das Seelenheil beten, aber
nur nicht für das Paradies auf Erden eintreten
Natürlich sprach er auch die Frage der \"sozialen Gerechtigkeit\" in diesem
Zusammenhang an. Die Kirche müsse ihre Stimmer erheben, wenn die Reichen
immer reicher würden, und die Armen immer ärmer. Nicht die Umverteilung
des gesellschaftlichen Reichtums sei aber der Schlüssel zur Lösung sondern
eine Rückbesinnung an die \"Prinzipien der Ethik\". Amen und vergelts Gott!
Diese Aussagen des Papstes gaben der Rechten in ganz Lateinamerika
Auftrieb und wurden von Augusto Pinochet, dem chilenischen
Militärdiktator, der 1988 ebenfalls vom Papst einen freundlichen Besuch
erhielt, ausdrücklich gelobt. In der Folge legitimierte der Papst auch mit
einer seiner Reisen die Militärjunta in Brasilien. Zwar wolle er an der
Spitze \"der Kirche der Armen\" stehen, das könne aber nicht bedeuten, dass
die Kirche dazu dient \"dass Spannungen verursacht werden und der Kampf
zwischen den Menschen ausbricht\". Soziale Veränderung könne nur von den
Mächtigen kommen, die Armen sollten gefälligst die Fingern vom
Klassenkampf lassen. Befreiung, so der Papst, könne nur jeder Mensch für
sich durch den Glauben an Gott erlangen. Befreiung habe aber nichts mit
einer Veränderung der Gesellschaft zu tun.
Wo Katholiken als Teil der Linken auftraten, wurden sie von Johannes Paul
II. kräftig in die Schranken gewiesen, wie die Basisgemeinden in
Nicaragua, welche die Sandinisten unterstützten. Der vor ihm kniende
Befreiungstheologe und Kulturminister der revolutionären Regierung
Nicaraguas Ernesto Cardenal wurde von Johannes Paul II. mit erhobenem
Zeigefinger öffentlich abgemahnt. Bischof Romero, der die Rolle des
US-Imperialismus in El Salvador offen anprangerte, wurde vom Papst nach
Rom zitiert und scharf kritisiert. Als Romero einem politisch motivierten
Mord zum Opfer fiel, ermahnte der Papst mehr oder weniger offen die
Anhänger der Befreiungsbewegung in den Reihen der katholischen Kirche zu
politischer Enthaltsamkeit. In Osteuropa hingegen wurden politisch aktive
Kleriker schnell in den Rang seliger Märtyrer erhoben.
Ein weiterer Stein seiner Marxismus-Destructions-Tour war sein mehrtägiger
Kuba-Aufenthalt im Jahr 1998. Obwohl dieser Auftritt aus
konterrevolutionärer Sicht ein Fehlschlag war, wird er heute wiederholt
als Glanztat in Erinnerung gerufen. Dazu folgende Bemerkungen: Der
kubanische Klerus ist traditionell so rechts, dass er keinen Massenanhang
hat, obwohl das Land auf dem Papier katholisch dominiert ist. Dennoch
kamen zur Papstmesse 500.000 Menschen, und die Stimmung war, so ein
deutscher Bischof, \"elektrisierend\". Dies ist nicht weiter verwunderlich,
da die Mobilisierung zur Messe über die Strukturen der Kommunistischen
Partei erfolgte, die katholische Kirche hätte nicht ein Zehntel der
Menschen für dieses absurde Spektakel in Havanna mobilisieren können. Die
Brandmarkung der systematischen \"Todeskultur\" auf Kuba, wo gratis
Verhütungsmittel und Schwangerschaftsabbrüche (ab 16 auch ohne Zustimmung
der Eltern) zur Normalität gehören, fiel hier klarerweise auf
unfruchtbaren Boden. Die päpstliche Forderung nach der Öffnung des Landes
und der Öffnung der Welt gegenüber Kuba entsprach der politischen
Orientierung Kubas in den ausgehenden 1990er Jahren, die auf Investitionen
und das Durchbrechen der politischen und ökonomischen Blockade
ausgerichtet war. So blieb dieser Schachzug in den ersten Zügen stecken.
Zwar bescheinigt der Vatikan, dass es mit der Religionsfreiheit seither
besser geworden sei, was aber angesichts leerer Kirchen als Pyrrhussieg
gewertet werden muss. Der Versuch der ideologischen Konterrevolution auch
materiell etwas nachzuliefern setzte die konservative Regierung Spaniens
unter Aznar. Sie wollte Hilfslieferungen über die kubanische Caritas
verteilen lassen, um der katholischen Kirche auf Kuba bessere Argumente
für ihre antirevolutionäre Arbeit in die Hand zu geben. Dies wurde von
der Regierung abgelehnt und führte zu ernsthaften diplomatischern
Konflikten, die die jetzige Eiszeit zwischen der EU und Kuba einleiteten.
Ein Bonmot noch: In einem abschließenden Gespräch mit Castro brachte der
Weihbischof aus Boston dann noch der Unterschied zwischen dem Kommunismus
und der Kirche auf den Punkt: \"Sie jagen einer Utopie nach (dass es dem
Menschen auf Erden besser gehen könne, Anm.), wir aber agieren im Wissen,
dass unser Erlöser nach dem Tode auferstanden ist.\" Na dann...
Bei all seinen Lateinamerikaauftritten gab es im Vorfeld Gespräche mit
hochrangigen US-Politikern, wo offensichtlich das öffentliche Auftreten
des Papstes geplant und abgestimmt wurde. Die Kirche spielte unter
Johannes Paul II. auf alle Fälle eine wichtige Rolle als Verteidigerin der
herrschenden Ordnung und der Aufrechterhaltung von Ausbeutung und
Unterdrückung. Und der Papst gab dabei zu verstehen, dass er sich bewusst
ist, dass der Marxismus der wichtigste Gegner ist.

Der Papst des Friedens

Immer wieder sprach sich der Papst in seinen öffentlichen Auftritten für
den Frieden aus. Gerade vor dem Hintergrund des Kalten Krieges waren die
Ansichten des Papstes aber gleichzeitig eindeutige Parteinahmen für den
Westen, wo er den Hort der Freiheit sah, den es gegen den totalitären
Osten zu verteidigen gilt. Sein Motto lautete: \"Schütze die Freiheit, dann
schützt du den Frieden!\" Artikel in der Zeitung des Vatikans zeigen, dass
sich daraus leicht eine Unterstützung für die Rüstungspolitik des
Imperialismus gegen die Sowjetunion ablesen ließ. Auch in diversen Reden
vor NATO-Soldaten legitimierte er die Politik des Westens. Die
Abschreckung mit Atomwaffen hat Johannes Paul II. sogar als moralisch
vertretbar bezeichnet, womit natürlich nur die \"guten\" Atomwaffen des
Westens gemeint waren.
Sein \"Pazifismus\" bekam ebenfalls spürbare Risse, als er im Zuge der
nationalistischen Konflikte in den 1990ern eindeutig Partei zugunsten der
(katholischen) KroatInnen bezog, und damit neben dem deutschen und
österreichischen Imperialismus eine wichtige außenpolitische Stütze des
kroatischen Nationalismus abgab, was einen nicht unwesentlichen Beitrag
zum Auseinanderbrechen Jugoslawiens und der Welle an kriegerischen
Auseinandersetzungen am Balkan darstellte.
Im Vorfeld des Irakkriegs hat der Papst aber eindeutig gegen den Krieg
Stellung bezogen, so werden seine Verteidiger einwenden. Abgesehen davon,
dass der Vatikan aufgrund der katholischen Minderheit im Irak ein gewisses
Eigeninteresse verfolgte und hoffte durch eine pazifistische Position im
arabischen Raum seinen Einfluss ausbauen zu können (was ihm insofern
gelang, als dass die Taliban sein Ableben bedauerten), so muss ganz klar
gesagt werden, dass die Kriegsgegnerschaft des Papstes außer ein paar
Gebeten nicht viel konkretes aufzubieten hatte.
Die wahren Ursachen des Krieges, nämlich handfeste imperialistische
Interessen, nannte er wohlweislich nicht beim Namen. Alles wird auf eine
Frage der Ethik, die jeder für sich individuell zu beantworten habe,
reduziert. Dem Papst wurde dabei in den bürgerlichen Medien mehr Bedeutung
zugeschrieben als er hatte, um einer Radikalisierung der
Antikriegsbewegung entgegenzuwirken und das Kräfteverhältnis zugunsten
sehr moderater, pazifistischer Kräfte zu verschieben.

Wider die \"Fleischeslust\"

So unverbindlich Johannes Paul II. in den Fragen des Friedens und der
Abrüstung blieb, so deutlich wurde er dann wenn es um sein Lieblingsthema
ging. Von Beginn seiner Amtszeit an stand ein Thema immer im Mittelpunkt
des päpstlichen Interesses: die Sexualität. Gar nicht so sehr die eigene
(zumindest wissen wir darüber nichts genaueres), aber die seiner
Schäflein, die in diesen unheiligen Zeiten ständig dem Teufel auf den Leim
gehen und in sexuellen Angelegenheiten sündigen. Die Welt des ausgehenden
20. Jahrhunderts ein einziges Sodom und Gomorra.
Im Mittelpunkt seines Feldzuges für eine katholische Sexualmoral steht
sein Kampf gegen „die Geißel der Abtreibung, der künstlichen
Empfängnisverhütung und der vorehelichen Beziehungen“ (Peru, 1984). Die
\"sexuelle Permissivität\" zerstöre genauso wie die Drogensucht das Leben
von Millionen Menschen (London, 1982). So die Worte des \"Heiligen Vaters\".
Und so bleibt dem \"Papst der Jugend\", wie wir im ORF hören durften, nichts
als der Ruf nach Keuschheit und \"unberührter Reinheit\". Er wird zum
Vorbeter und Schutzpatron all jener Kreuzritter gegen die
\"Schamlosigkeit\", die jegliche Form der Sexualität ins eheliche
Schlafzimmer verbannen wollen, und dabei auch vor Zensur und gewaltsamen
Übergriffen gegen Kinos, FKK-Anlagen usw. nicht zurückschrecken.
Keusch sollen wir leben, erst in der Ehe soll dann der Fruchtbarkeit
freiem Lauf gelassen werden. Sex, der nicht darauf hinausläuft, Kinder zu
zeugen, höre auf ein \"Akt der Liebe\" zu sein, ist somit Teufelswerk. Wer
sich dran hält wird selig!
Das Recht auf Abtreibung war ihm bis zum Schluss ein schmerzender Dorn im
Auge. Vom \"Heiligen Stuhl\" aus führte er über mehr als 25 Jahre den Kampf
der reaktionären AbtreibungsgegnerInnen weltweit. \"Das erste Recht des
Menschen ist das Recht auf Leben.\" (sic!) Und das vom Oberhaupt einer
Kirche, die seit Jahrhunderten die Todesstrafe akzeptierte und nicht zu
selten selbst praktizierte. Einer Kirche, die seit Jahrhunderten dem
Massenmord auf den Schlachtfeldern den Segen erteilt. Dabei war es dem
Papst noch nicht einmal zu blöd, Abtreibungen, \"dieses unaussprechliche
Verbrechen gegen das menschliche Leben\", mit der Bedrohung der Menschheit
durch \"die Macht der Atomwaffen\" gleichzusetzen (Vancouver, 1984). In der
Abtreibungsfrage geht der Vatikan unter Wojtyla damit Hand in Hand mit
rechtskonservativen Politikern vom Schlage eines Ronald Reagan.


Karol Wojtyla war ein extrem politischer Papst, der wusste auf welcher
Seite er zu stehen hat. In seinem Wirken kommt klar zu Tage, welch
reaktionäre Rolle die Kirche, im konkreten Fall die katholische, in dieser
Gesellschaft spielt. Sein Welt- und Menschenbild lehnt jede Veränderung
kategorisch ab, außer sie beruht auf dem religiösen Sittengesetz. In der
Praxis werden damit die herrschenden Verhältnisse einzementiert, weil den
Herrschenden die Aufrechterhaltung ihrer Machtposition und ihrer
Privilegien immer wichtiger sein werden als das ewige Seelenheil.
Die Bilanz des Papstes ist aus der Sicht der herrschenden Klasse
zweifelsohne eine erfolgreiche. Deshalb wird er auch in ihre
Geschichtsbücher Eingang finden. All jene, die für ein Paradies auf Erden
eintreten, werden diesem Papst aber keine Träne nachweinen.