Freiheit für Sandra BAKUTZ!

Die österreichische Menschenrechtsaktivistin Sandra BAKUTZ hatte sich am Donnerstag, den 10. Februar 2005 von Wien nach Istanbul begeben. Dort wollte sie den gestrigen Massenprozess gegen die Angeklagten der Operation vom 1. April beobachten, wo sich Dutzende Menschen wegen eines Polizeikomplotts vor Gericht befinden.
Sandra BAKUTZ wurde bereits nach ihrer Ankunft in Istanbul mit zwei weiteren Personen festgenommen. Hinterher wurde sie in das Polizeipräsidium von Zeytinburnu gebracht.
Gestern früh wurde sie dem Haftrichter vorgeführt und wegen "Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation" verhaftet.
SOLIKUNDGEBUNG AM DO.17.2.05 17.00 VOR DEM AUSSENMINISTERIUM!!
AUFRUF:
Lassen wir nicht zu, dass Sandra BAKUTZ in der Türkei inhaftiert und verurteilt wird. Wir rufen hiermit alle Menschen und Organisationen, die sich für die Menschenrechte einsetzen dazu auf, sich ihrer anzunehmen und für ihre Befreiung zu kämpfen.
Bitte schreibt Euren Protest nieder und sendet es bitte an folgende Adressen:
isolation@post.com,
info@tayad.de
Die Internationale Plattform gegen Isolation wird die Protestschreiben ins Türkische übersetzen und an die für die Verhaftung verantwortlichen Stellen weiterleiten.
Über den weiteren Verlauf hinsichtlich der Situation von Sandra BAKUTZ und den geplanten Aktivitäten werden wir Euch auf dem laufenden halten.
FREIHEIT FÜR SANDRA BAKUTZ!
12. Februar 2004
Tayad Komitee Deutschland
Gesamter Text: FREIHEIT FÜR SANDRA BAKUTZ !
Verhaftete Österreicherin in türkisches Gefängnis überstellt
Anklageerhebung gegen Sandra Bakutz wegen Mitgliedschaft in "terroristischer Vereinigung"
Die vergangenen Donnerstag am Istanbuler Flughafen verhaftete Sandra Bakutz ist nach Angaben ihres Rechtsanwalts in ein Gefängnis überstellt wurden. Gegen sie wurde Anklage wegen Mitgliedschaft in der DHKP/C (Revolutionäre Volksbefreiungspartei/Front) erhoben. Fr. Bakutz setzte sich seit Jahren für die Rechte der tausenden politischen Gefangenen in der Türkei ein. Ihre Tätigkeit, die sie in Kontakt mit den österreichischen Parlamentsparteien und zahlreichen Menschenrechtsgruppen brachte, richtete sich auf Anerkennung der bürgerlichen Freiheitsrechte sowie für ein Ende der politischen Justiz und der Folter für Andersdenkende in der Türkei. Nun scheint sie selbst Opfer dieses Regime zu werden, in dessen Hintergrund immer noch die Militärs die Fäden ziehen.
Hintergründe zur Verhaftung Sandra Bakutz' von Aug und Ohr Gegeninformationsinitiative Die dreißigjährige Österreicherin Sandra Bakutz ist Donnerstag nachmittag am Atatürk-Flughafen in Istanbul verhaftet worden. Sie ist Mitglied einer internationalen Delegation, die in die Türkei gekommen war, um als Beobachterin an einem Verfahren gegen linke Oppositionelle teilzunehmen. Es handelt sich um einen politischen Schauprozeß gegen AktivistInnen und SympathisantInnen der außerparlamentarischen Linken der Türkei. Eine Reihe von internationalen Beobachtern, darunter die deutschen Rechtsanwälte Pöll und Walleck, nahmen im vergangenen Jahr am ersten Verhandlungstermin teil.
Ihnen zufolge kann von einem fairen Verfahren nicht die Rede sein. Die Anklage stützt sich auf eine, aller Wahrscheinlichkeit nach fingierte Polizei-Diskette, auf der Namen und E-Mails der politischen Aktivisten, zum großen Teil mit voller namentlicher Unterzeichnung, aufgelistet sind - im eklatanten Widerspruch zu der, in der Türkei mehr als anderswo, gebotenen extremen Vorsicht bei internen politischen Mitteilungen. Der erste Verhandlungstermin im vergangenen Jahr war von zahlreichen formalen Mängeln geprägt. Von den damals insgesamt 21 Inhaftierten waren ausnahmslos alle gefoltert worden. Das Verfahren in der Türkei ist Teil einer großen, mehrere europäische Länder ebenso wie die Türkei umfassenden Kampagne, die am ersten April des vergangenen Jahres begann und bei dem unter anderem der AktivistInnen des Campo Antimperialista und zwei in Italien lebende politische AktivistInnen aus der Türkei verhaftet worden waren. Während die Italienerinnen freikamen, sind die türkischen AktivistInnen in Italien nach wie vor in Haft.


